Wir pumpen uns’re Wärme

Heute wieder ein kleiner Technikartikel, dieses Mal zu unserer Heizung: Eine Waterkotte Ai1+ 2008 Sole/Wasser-Erdwärmepume.
Nun, unser Haus wird gut isoliert sein, warum also eine besonders effiziente und teure Heizung einbauen?

Wärmebedarf Warmwasser

Schon bei einem “Standard-Haus” nach EnEV 2007 sind in der täglichen Praxis die Verbrauchskosten für Warmwasser und Heizung etwa pari. Durch gedämmte Wände, 3-fach Verglasung und geregelte Wohnraumentlüftung kann ich die Heizkosten drücken. Die Warmwasserkosten bleiben aber. Der Hersteller unserer Anlage garantiert(!) einen Anteil von 75% Erdwärme im Betrieb, d.h. für 1 kWh Strom, die ich zum Heizen (einschließlich Nebenverbraucher und Fluid-Umwälzpumpe) in die Anlage reinstecke, bekomme ich 4 kWh Wärme wieder raus. Und das eben auch zur Warmwasserbereitung.

Steigende Heizkosten

verbraucherpreisindizesWenn eines sicher ist, dann daß die Energiekosten mittel- bis langfristig ansteigen werden. Auch wenn sich aufgrund der Finanzkrise Öl- und Gaspreise etwas erholen, weil die heiße Spekulationsluft etwas entwichen ist, kann man davon ausgehen, das Energie knapper und damit nicht billiger wird. So ein Haus ist eine Anschaffung für’s Leben, die Heizung wenigstens für die nächsten 20 Jahre.

Kosten

Natürlich ist eine Wärmepumpe mit Erdsonden und den dazugehörigen Bohrungen in der Anschaffung einiges teuer als eine Gasbrennwerttherme. Eine Fußbodenheizung wollten wir sowieso im ganzen Haus haben, so daß man das nicht als Mehrkosten rechnen darf. Bei einem Neubau, wo man das alles bereits in der Planung berücksichtigen kann halten sich die Mehrkosten aber in überschaubaren Grenzen, wie die u.a. Aufstellung zeigt.

  • BAFA Förderung bei unserer Anlage “Waterkotte Ai1+ 2008″ und Hausgröße ungefähr 1600 Euro
  • evtl. Fördermöglichkeit durch zinsgünstigere KfW Darlehen (die sich für uns aufgund des günstigen Bankdarlehens aber nicht einstellen)
  • Entfall Solare Trinkwassererwärmung (die nach EEWärmeG seit 1.1.09 für Neubauten mit Gas-/Ölheizung im Prinzip Pflicht ist) die alleine schlappe 3-4000 Euro kostet
  • Entfall Gasanschluss ungefähr 2500 Euro
  • Entfall Schornstein ungefähr 1000 Euro
  • Entfall jährlicher Besuch des Schornsteinfegers unbezahlbar… ;-)

Kühlen

Als besonderes Schmankerl bietet die Anlage die Möglichkeit im Sommer gekühltes Wasser (keine Klimaanlage, nur Wärmeaustausch mit dem Erdreich) durch den Fußboden laufen zu lassen und damit die Räume etwas runterzukühlen. Dabei läuft nur die Umwälzpumpe der Heizung, so daß das ganze relativ kostengünstig ist.

Strom

Nun, mit Strom heizen hört sich im ersten Moment mittelprächtig bekloppt an, ist es im Falle der Wärmepumpe aber nicht. Der Strom ist hier nur “Hilfsenergie”, das heißt, er hilft die im Erdboden von der Sonne täglich eingespeicherte Wärme in mein Haus zu pumpen. Dabei garantiert der Anbieter der Wärmepumpe, daß ich mit 1 kWh Strom 3 kWh Sonnenwärme zusätzlich in mein Haus “gepumpt” bekomme. 1 kWh Strom kostet heute (incl. umgelegten Zählerkosten, etc.pp.) etwa 20 cent. Das heißt 4 kWh Wärme aus der Wärmepumpe kosten etwa 20 cent. 1 kWh Gas (entsprechend ca. 10 m³) kostet etwa 7 cent. Das heißt 4 kWh Wärme aus der Gasheizung kosten etwa 28 cent, also 40% mehr. Ausgehend von der sehr optimistischen Annahme, daß ich mit einer Gasbrennwertheizung mit solarer Warmwasserunterstützung vielleicht 700 Euro Heizkosten pro Jahr erreichen könnte, wären das mit der Wärmepumpe also nur 500 Euro.

Umweltschutz

Und wenn man dann noch Ökostrom kauft, ist die ganze Angelegenheit nicht nur lokal CO2 frei.

Eine Antwort zu Wir pumpen uns’re Wärme

  1. [...] Heizung: Wir pumpen uns’re Wärme [...]

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