Post vom Kampfmittelbeseitungsdienst: Die erste Überprüfung hat ergeben, daß unser Grundstück in einem „kampfmittelbelasteten“ Gebiet liegt. Ist für uns jetzt ein bißchen überraschend, weil hinter unserem Grundstück bereits seit Jahren ein ganzer Straßenzug bebaut ist, das Baugebiet seit ca. 10 Jahren existiert und wir ja eines der noch verbliebenen „Rest-Grundstücke“ gekauft haben, seit mindestens 10 Jahren für dieses Gebiet ein B-Plan existiert, Straßen, Kanalisation, Telekom und Elektroleitungen vor unserm Grundstück verlegt wurden und nun soll ausgerechnet auf unserem Grundstück seit Jahrzehnten unbemerkt eine Bombe liegen?
Anruf beim Kampfmittelräumdienst: Ja, sie hätten neuere Luftbilder, die hätten sie bei der Genehmigung des B-Planes noch nicht gehabt und da müssten sie jetzt noch mal draufgucken und ggf. gucken sie das Grundstück auch noch mal persönlich an. Auf die Gesichter der Nachbarn bin ich ja mal gespannt, wenn die Jungs anrücken:

Baugenehmigung: 680 €, Prüfstatik: 1615 €, das Gesicht der Nachbarn, wenn der Kampfmittelräumdienst anrückt: Unbezahlbar!
Wir vermuten jedoch, daß der wahre Grund ist, daß es einfach viel lukrativer ist, 100-mal für ein Grundstück eine Kampfmittelfreiheitsbescheinigung (oder wie auch immer der Wisch dann heißt) auszustellen, als einmal für 100 Grundstücke. Ich erspare mir, zum wiederholten Male Helmut Thoma zu zitieren.
Update: Ich glaube ich habe es noch nirgendwo erwähnt, ein extra Blogeintrag hat sich dafür wohl nie gelohnt: Das Bauamt hat die Kopie der Kampfmittelbescheinigung von 2006, die wir vom Grundstücksverkäufer bekommen haben für die Baugenehmigung akzeptiert. Dennoch wollte uns der Kampfmittelräumdienst etwa vier Wochen nach Baugenehmigung für „bis zu 4 Stunden Luftbildauswertung“ gerne eine Rechnung i.H.v. 400 € stellen. Davon haben sie dann aber dankenswerterweise Abstand genommen, als wir ihnen klar gemacht haben, daß wir für eine zweite Bescheinigung nicht zahlen wollen.
