Laut unserem Bauvertrag ist “die Deckenkante am Treppenauge malermäßig auszubilden”. Was sich liest wie “da muss nachher nochmal einer mit einer Rolle ein bisschen Farbe auftragen” hat uns diese Woche ziemlich auf Trab gehalten.
Die Deckenränder sind nicht so glatt, daß man sie einfach überstreichen könnte, denn die Decken sind ja mehrschichtig aufgebaut: Unten zunächst mal die Beton-Filigrandecke, auf die bis zur statisch notwendigen Dicke dann Beton gegossen wurde. Darauf einige Schichten Styropor, die als Dämmung, bzw. Füllmaterial für die in der Decke verlegten Installationen dienen. Darauf schlussendlich der Estrich. Das ganze sieht also etwa so aus wie ein Whopper mit Käse.
Meine erste Idee: Rauhputz. Das hat mir gottseidank gleich Herr Herfurth ausgeredet. Durch die schwimmende Verlegung des Estriches kann sich dieser gegen Dämmung und Betondecke bewegen. Diese Bewegung braucht er, damit er bei Temperaturschwankungen nicht reisst. Was gut für den Estrich ist, bedeutet aber im Umkehrschluß für an dieser Stelle angebrachten Putz, daß dieser, weil er die Bewegung natürlich nicht mitmachen kann, reissen wird.
Zweite Idee: Verkleiden mit Gipskartonplatten. Diese sind ja in sich stabil und von den Bewegungen des Estrichs nicht betroffen. Sowohl Herr Herfurth, als auch Herr Mücke (Trockebauer, Fa. CCS) hielten die Idee nicht für abwegig und so haben wir sie in die Tat umgesetzt.
Bis Herr Hinz (unser Fliesenleger) dies sah und seine Bedenken anmeldete: Durch die Bewegung vom Estrich gegen die Rigipsplatte in vertikaler Richtung, falls beispielsweise mal jemand die letzten beiden Treppenstufen schwungvoll mit einem Sprung überbrückt, würden die Fliesen durch die Gipskartonplatte ausgehebelt und sich lösen.
Also bleibt nur noch die (allerdings teurere) Möglichkeit, das Treppenauge mit dem Holz einzufassen, aus dem auch die Treppe gebaut wird. Dafür hatten wir uns vor der Entscheidung für den Gipskarton auch bereits ein Angebot machen lassen, was wir dann aber aufgrund der zu erwartenden Kosten und der optisch etwas weniger “massiven” Gipskartonlösung verworfen hatten.
Roth Massivhaus und die Treppenbaufirma Derstappen haben sich beraten und uns im Ergebnis ein Angebot gemacht, das wir nicht ablehnen konnten. Nun wird es die (offenbar einzig funktionierende) Lösung mit der Holzverkleidung des Deckenrandes geben und das für einen von uns akzeptierten Preis.
- So kann’s nicht bleiben.
- So aber auch nicht.
- So geht’s. (Prospektfoto)



